Rehabilitationsforschung in Norderney

Das Institut für Rehabilitationsforschung Norderney (IfR) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann wurde durch den Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung e.V. Norderney gegründet. Der Trägerverein ist unter anderem ein Zusammenschluss der Deutschen Rentenversicherung Westfalen und Braunschweig-Hannover sowie dem Niedersächsischen Staatsbad Norderney.

Die Arbeit und Ziele des Instituts

Im Zentrum der Rehabilitationsforschung Norderney stehen verschiedene Ziele. Es sollen nicht nur Krankheiten und Behinderungen erforscht werden, bei denen Maßnahmen zur Rehabilitation in Betracht gezogen werden, sondern auch Maßnahmen an sich, wie diese durchgeführt werden, deren Erfolge sowie Optimierungsmöglichkeiten. Auch die Frage der Motivation der Betroffenen stellt ein Ziel der Forschung dar.

Ziel des Instituts ist es, die Forschung rund um das Thema Rehabilitation weiter voran zu treiben. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung der Zusammenarbeit. Schließlich werden die Forschungsergebnisse auf verschiedenen wissenschaftlichen Fachtagungen und in diversen Fachzeitschriften publiziert, um den Austausch weiter in Bewegung bringen. Das Institut hat sich weitere Ziele gesetzt, beispielsweise die Entwicklung von Leitlinien in der medizinischen Rehabilitation sowie deren kontinuierliche Weiterentwicklung oder die Verbesserung der medizinischen Versorgung von chronisch kranken Menschen.

Schriftzug Deutsche Rentenversicherung
Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund / Armin Okula

Die Gründung des Vereins und die Arbeit des Instituts fördert eine engere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen und verwandten Institutionen. Alle Ergebnisse aus der Forschung werden sowohl den Vereinsmitgliedern also auch dem Verband Deutscher Rentenversicherungsträger unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

rehaklinik

Definition von Rehabilitation

Eine Rehabilitation (Reha) hat das Ziel, die körperlichen und seelischen Funktionen wiederzuerlangen, beziehungsweise die Begrenzung der Einschränkungen oder Schmerzen der Menschen auf ein Minimum zu reduzieren. Betroffene sollen so wieder in ihren Beruf eingegliedert werden oder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die beispielsweise eine Reha-Maßnahme erfordern, wie eine Knieoperation, ein Schlaganfall oder eine schwere Krebserkrankung.

Ist eine Rehabilitationsmaßnahme nach einem Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Operation, zum Beispiel die Implantation eines künstlichen Kniegelenkes, notwendig, wird sie als Anschlussbehandlung bezeichnet. Diese kann entweder ambulant oder stationär erfolgen.

Ziel der Rehabilitation ist es, dass Patienten berufliche, körperliche oder soziale Fähigkeiten wiedererlangen. Unterschieden wird in ambulante und stationäre Maßnahmen. Dabei wird bei einem stationären Aufenthalt in einer Kurklinik auch gerne von Kur gesprochen. In der Regel werden zuerst ambulante Maßnahmen in speziellen Reha-Einrichtungen ergriffen. Erst wenn diese nicht ausreichen oder keine Wirkung zeigen, werden Patienten in stationären Kliniken weiterbehandelt.

Kostenübernahme für Rehabilitationsmaßnahmen

Eine Inanspruchnahme einer Reha-Maßnahme attestiert ein Arzt. Dieser empfiehlt, welche Art von Maßnahme für den Patienten sinnvoll ist. Dabei sollte die Notwendigkeit ausführlich von ihm begründet werden. Vor dem Antritt der Reha müssen Patienten dann gemeinsam mit den ärztlichen Befunden einen Antrag auf Rehabilitation bei dem verantwortlichen Kostenträger einreichen. Wissen Patienten nicht genau bei welchem Kostenträger sie den Antrag abgeben müssen, können sie sich bei der Reha-Servicestelle der Deutschen Rentenversicherung erkundigen. Sollte der Reha-Antrag dennoch an der falschen Stelle angekommen sein, wird er automatisch an den zuständigen Kostenträger weitergeleitet.

Anschließend klärt der Rehabilitationsträger, ob und in welcher Höhe die Kosten für die Maßnahmen geleistet werden. Je nach Ursache der Erkrankung werden sie zum Beispiel von den gesetzlichen Rentenversicherungsträgern, Berufsgenossenschaften oder der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen. Lehnt der Kostenträger einen Antrag auf Rehabilitation ab, müssen die Kosten für die Maßnahme aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Versicherte einer privaten Krankenversicherung können jedoch prüfen, ob der Versicherer die Kosten für die Reha übernimmt. Allerdings kommen auch diese nicht immer für alle Leistungen einer Reha-Maßnahme auf. Daher bietet sich für privat Versicherte alternativ eine Kur-Zusatzversicherung an. Sie sollten sich jedoch frühzeitig darum kümmern.

Reha-Maßnahme durch Freizeitunfälle

Die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) deckt zwar Arbeitsunfälle ab, allerdings keine Unfälle, die in der Freizeit passieren. Rund 70 Prozent aller Unfälle geschehen jedoch nicht auf der Arbeit. Daher empfiehlt es sich eine private Unfallversicherung abzuschließen. Sie greift bei Unfällen, die eine dauerhafte Einschränkung nach sich ziehen. Dabei hängt die Höhe der Zahlung von dem Schweregrad der Invalidität ab. In der Regel erhalten Versicherte eine Einmalzahlung. Mit dieser Summe können sie dann beispielsweise Umbaumaßnahmen finanzieren, die notwendig werden, wenn der Versicherte infolge eines Motorradunfalls auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung in der Ginkastraße 40, Berlin
Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung / Hartmut Naegele

Berufsunfähigkeit trotz Reha-Maßnahme

Reha-Maßnahmen sind unter anderem dazu da, Menschen wieder in ihrem beruflichen Alltag einzugliedern. Bleibt die Reha erfolglos und Betroffene können nicht wieder zurück in ihren Beruf, geraten sie in finanzielle Schwierigkeiten. Denn die Leistungen des Staates durch die Erwerbsminderungsrente sind sehr gering und an strenge Voraussetzungen geknüpft. Daher ist es sinnvoll sich gegen das Risiko Berufsunfähigkeit abzusichern, etwa mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei können Versicherte die Höhe der Rente selbst festlegen. Im Gegensatz zur Erwerbsminderungsrente zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits, wenn Versicherte nach sechs Monaten zu mindestens 50 Prozent nicht mehr berufsfähig in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf sind.