Rehabilitation nach einem Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt ist ein meist plötzliches und sehr einschneidendes Ereignis, das ein Leben von jetzt auf gleich komplett umkrempeln kann. Stand man eben noch mit beiden Beinen fest im Leben, können einem diese durch einen Infarkt regelrecht weggezogen werden.

Um Patienten nach einem Herzinfarkt wieder auf die Beine zu helfen, hat jeder Betroffene nach dem Krankenhausaufenthalt Anspruch auf einen Rehaaufenthalt und auf Teilnahme am Herzsport.

Reha nach dem Krankenhaus: Wer zahlt sie?

Reha Herzinfarkt Pulsmessen Die Rehamaßnahme (offiziell als Anschlussheilbehandlung oder auch AHB bezeichnet) nach dem stationären Krankenhausaufenthalt kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Ziel ist eine Wiedereingliederung in den Alltag oder auch in den Beruf.
Wer zahlt den Aufenthalt in der Reha? Das kommt wiederum auf den Einzelfall an: Hat der Patient länger als 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und ist noch nicht in Rente, dann kommt sie als erste Ansprechpartner und Kostenträgerin infrage. Die Rentenversicherung prüft den Antrag und entscheidet über die ambulante oder stationäre Behandlung. Möchte man eine Reha beantragen und hat weniger als 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt oder ist man bereits in Rente, so entscheidet die Krankenkasse über den Antrag. Wichtig zu wissen: genau wie im Krankenhaus zahlt der Patient pro Tag des Aufenthalts 10€ Zuzahlung.

Genehmigung und Ablauf einer Rehamaßnahme:

Wenn die Reha genehmigt wurde (bei Ablehnung kann und sollte man sich übrigens an den Sozialverband VdK e.V. wenden), erhält man den Bewilligungsbescheid, zusammen mit der Klinik und dem Termin. Sollte man bestimmte Terminwünsche habe, so kann man diese mit der entsprechenden Rehabilitationseinrichtung abstimmen. Eine Verschiebung des Termins nach hinten ist jedoch meistens nicht möglich. Meist liegt zwischen Antrag und Bewilligung nur ein kurzer Zeitraum – der Patient soll möglichst schnell wieder auf die Beine kommen.

In der auf Herzpatienten spezialisierten Reha wird der Patient eingehend untersucht. Dies dient der Einschätzung der persönlichen Belastbarkeit, Fehl- und Überbelastungen sollen weitgehend vermieden werden.

Zentrale Bestandteile der kardiologischen Reha sind die Trainings- und Bewegungstherapie (u.a. Physiotherapie, Ergometertraining oder Gymnastik), außerdem erhält der Patient eine bestimmte Ernährungsschulung. So sollen die Risikofaktoren reduziert und ein weiteres koronares Ereignis vermieden werden.

Herzsport nach der Reha:

Nach dem Rehaaufenthalt hat der Herzpatient die Möglichkeit, an einer der in ganz Deutschland angebotenen Herzsportgruppen teilzunehmen. Die Teilnahme am Herzsport wird vom Arzt verschrieben und wiederum von der Krankenkasse bewilligt. So entstehen für den Teilnehmer keine Kosten.

Die Besonderheit des Trainings ist, dass der Patient von einem mit Herzpatienten erfahrenen Trainer und zusätzlich einem Arzt betreut wird. So wird meistens vor, während und nach dem Training der Puls gemessen. Bei Unregelmäßigkeiten steht direkt ein erfahrener Arzt bereit, sodass der Patient in sicherer Umgebung seine Leistungsfähigkeit ausbauen, sein Körpergefühl aufbauen und das Selbstvertrauen stärken kann. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen und der Ausbau des sozialen Netzes helfen den Patienten bei der Krankheitsbewältigung.

Auch wenn sich keiner einen Herzinfarkt wünscht, so sind die Patienten sehr froh darüber, dass es in Deutschland die Möglichkeit der Teilnahme an Reha und Herzsport ohne große finanzielle Eigenbeteiligung gibt.